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Ein gesprochenes Beispiel für unseren Dialekt liefert uns Georg Binder sen. Das Aufnahmejahr liegt zwischen 1966 und 1975.
Arkederisch

Sprachaufnahmen aus anderen siebenbürgischen Städten und Gemeinden findet man hier

Dabei ist nicht nur die Aussprache interessant, sondern auch die Themen, über welche gesprochen wird.

 

Eine siebenbürgische Redensart besagt: Wirst du zu einer Hochzeit eingeladen, gehe als letzter hin, bei der Beerdigung sollst du der erste sein.

An dieser Tradition halten die Siebenbürger Sachsen ebenso wie wir Arkeder auch in Deutschland fest. Verwandte (bis zum 2. und 3. Grad), Nachbarn, ehemalige Kollegen, Freunde und Weggefährten geben dem Verstorbenen das letzte Geleit und spenden den Hinterbliebenen mit ihrer Anwesenheit Trost. ...weiterlesen "Tod und Beerdigung "

Das hat meine Mutter / mein Vater / meine Großmutter / mein Großvater immer gesagt: Lebensweisheiten, Sprichwörter und Redensarten aus Arkeden, die uns geprägt haben und heute noch begleiten. Vielen Dank für die rege Beteiligung. Ergänzungen und Korrekturen nimmt Brigitte gerne entgegen. Diese Datei wird laufend aktualisiert. Es lohnt sich, öfter reinzuschauen.

Das hat meine Mutter / mein Vater / meine Großmutter / mein Großvater immer gesagt: Lebensweisheiten, Sprichwörter und Redensarten aus Arkeden, die uns geprägt haben und heute noch begleiten.

Gängige Redensarten
- börlen wä en Ruhrkia (heulen wie eine Rohrkuh)
- denkel wä en er Beffel (stockfinster – wie im Bauch eines Büffels)
- doir/heßig/koult/ wä der Doiwel (Vgl. mit Teufel als höchste negative Steigerungsstufe)
- droch wä polver (pulvertrocken)
- fräzen wä en Ruap (frieren wie eine Rübe)
- frich dich! (Vgl. dt: Selber Schuld oder Wer nicht will, der hat.)
- geschetch wä der Bletz (blitzgescheit)
- Grußformeln: Gott helf ich. Antwort: Gott erhoult ich. Oder: Riet er met enounder? Adje.
- Har helf! (z.B. vor einer Reise oder einer wichtigen Aufgabe. Beim Brotbacken formte man mit der Handkante auf den aufzugehenden Teig drei Kreuze und sprach dabei diese Worte)
- Harzer Hargott (dt.: Meine Güte oder Mein lieber Gott)
- (Titzi) harzet menj (dt: Oh, mein Gott)
- hort wä der Stein (steinhart)
- koult wä det Eis
- krözen (kränkeln, jammern)
- los vun enounder (total geschafft, kaputt)
- loung och schün wä en Staip (vgl. Bohnenstange)
- olber wä der Ierdbodem / wä det Houlz / wä der Desch / ca bita
(dumm wie die Erde, das Holz, der Tisch)
- orem wä de Kirchemaus (arm wie eine Kirchenmaus)
- saur / bätter wä oumpert (sauer oder bitter wie ein Gift)
- schün wä en Spal (spindeldürr)
- sott zem zepletschen (zum Platzen satt)
- uaßig wä en Boi (wütend wie eine Biene)
- uaßig (?) wä e Bitcho (stur wie ein Stier)
- zöddern wä a Blat (zittern wie ein Blatt)

Allgemeine Lebensweisheiten
- A jed Sock föntch senje Bondjel. (Jeder Topf findet seinen Deckel)
- Das Haus nicht austragen (Familiengeheimnisse nicht ausschwatzen oder vor Fremden Negatives
über die eigene Familie sagen)
- De Huffert deit wi (dt.: Wer schön sein will, muss leiden.)
- De Wüerheit waist sich (dt: Die Sonne bringt es an den Tag.)
- Dem Alter die Ehr!
- Det Fleisch soul fresch senj, det Brut en Douch oult, der Wenj a Güer oult.
- Die Sonne bringt es an den Tag.
- Der Aff' macht alles nach.
- Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
- Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
- Einen alten Baum verpflanzt man nicht.
- Einer für alle, alle für einen.
- Em koun et glod essen, or em koun och drüen. (wenn einem etwas nicht besonders gut schmeckt: Man kann es grad so essen, aber man kann auch drauf verzichten.)
- Ende gut, alles gut.
- Erstunken ist noch niemand, aber erfroren schon viele.
- Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
- Es kommt nicht auf die Größe an.
- Et es ollest ze est giat (vgl. dt: Nichts für ungut)
- Et küt, wä et küt. (Es kommt wie's kommt)
- Gescheit ist schön. Auch: Gescheit ist nobel.
- Giaden opetit. Widen nest beküt, es bekrüt. (Guten Appetit. Wer nichts abkriegt ist traurig.)
- Großzügigkeit lohnt sich.
- Hunde, die bellen, beißen nicht.
- Jeder Esel wo er kann, schreibt er seinen Namen an.
- Jeder ist seines Glückes Schmied.
- Klein aber fein.
- Kotz wä Mitz (vgl. dt: Jacke wie Hose oder Gehopst wie gesprungen)
- Kommt Zeit, kommt Rat.
- Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
- Lügen haben kurze Beine.
- Nia kennen mer met em Hongrijen Stound holden (z.B. nach einem guten Essen: Jetzt können wir
einem Hungrigen standhalten oder trotzen.)
- Nie Gleiches mit Gleichem vergelten.
- Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
- Die Ruhe ist dem Menschen heilig, nur der Verrückte hat es eilig.
- Schreib alles auf, dann vergißt du es nicht.
- Sorg, doch sorge nicht zu viel, es kommt ja doch, wie Gott es will.
- Sorj es fuar de Schoden giat. (vgl. dt: Vorsorge ist besser als heilen.)
- Stille Wasser sind tief.
- Trautes Heim – Glück allein.
- Urteile nie (über jemanden), bevor du an seiner Stelle gestanden hast.
- Vor der eigenen Tür kehren.
- Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
- Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.
- Wasser (trinken) wie das liebe Vieh (wenn man etwas Besseres ablehnt)
- Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
- Wie du mir, so ich dir.
- Wo man singt, da lass' dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.
- Won der Alonge est würd … (Etwas trifft ein, wenn der Alonge eine Funktion übernimmt - also gar nicht)
- Wot süen de Lotch? Oder: Wot söllen de Lotch süen? (Was sagen die Leute?)
- Zwien hort Mühlstein mohlen net giat (Zwei harte Mühlsteine mahlen nicht gut. Im Sinne von: Zwei unnachgiebige Menschen kommen nicht zum Ziel)

Arbeit, Geld, Erfolg, Besitz
- a Knoup or a Kottner senj (erfolgreich, tüchtig, begabt)
- Aller Anfang ist schwer, doch wenn der Anfang nicht wär', käm' das Ende nimmermehr.
- Am schönsten ist es nichts zu tun und nach der Arbeit auszuruhn.
- Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder.
- Die Rose riecht, der Dorn der sticht, wer gleich bezahlt, vergisst es nicht.
- Du kannst alles erreichen, du musst es nur wollen.
- Eigener Herd ist Goldes wert.
- Erst die Arbeit, dann das Spiel.
- Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
- Es kann vorkommen, dass unsere Nachkommen mit ihrem Einkommen nicht auskommen.
- Früh übt sich, was ein Meister werden will.
- Halte Ordnung, liebe sie, sie erspart dir Zeit und Müh'.
- Ist der Handel noch so klein, mehr als Arbeit bringt er ein.
- Kammer dich net am dout, wot te hos; kammer dich am dout, wot te noch net hos. (Verschwende
deine Gedanken nicht an Dinge, die du bereits besitzt, sondern denke über das nach, was dir
noch nicht gehört)
- Langes Fädchen, faules Mädchen.
- Man kann noch so viel verdienen; wenn man mit dem Geld nicht umgehen kann, war die ganze
Müh' umsonst.
- Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
- Met der Orbat es za dian. (Mit der Arbeit ist man beschäftigt)
- Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
- Morgenstund hat Gold im Mund.
- Nach des Tages Müh' und Rast, winkt zu Haus' die süße Rast.
- Nach der Arbeit ist gut ruhn und ein kleines Schläfchen tun.
- Ohne Fleiß kein Preis.
- Schuster bleib bei deinen Leisten.
- Solang noch eine Nacht dazwischen ist … (ist noch Zeit, etwas Dringendes zu erledigen)
- Strenge Rechnung – gute Freundschaft.
- Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen.
- Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
- Wenn du mit Geld arbeitest, sei immer redlich, dann kann dir nichts passieren.
- Wer das Ei nicht streicht, wird sein Lebtag nicht reich.
- Wer den Gulden nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.
- Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Gulden nicht wert.
- Wer kann, der kann, nur kein Neid.
- Wer nachts ein Mensch/Kottner ist, muss auch tagsüber einer sein.
- Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
- Wer rastet, der rostet.
- Wie der Herr so das Gescherr.
- Wie orbet hot nijen Zetch Geld ze verdänen.
- Wir sind zu arm um billig zu kaufen.
- Zur Not frisst der Teufel auch Fliegen.

Sprüche
Aufgekauft vom leeren Platz,
hab ich dieses Haus erbaut.
Erst mal sauer und dann süß,
so hilft Gott zum Paradies.

Begrüße den Morgen mit fröhlichem Sinn,
dann schwinden die Sorgen des Tages dahin.

Beklage nie den Morgen,
der Müh und Arbeit gibt.
Es ist so schön zu sorgen,
für Menschen, die man liebt.

Deiner Sprache, deiner Sitten,
deinem Volke bleibe treu.

Der Mensch braucht ein Plätzchen,
und wär's noch so klein,
von dem er kann sagen,
sieh hier, das ist mein.
Hier leb ich, hier lieb ich, hier ruh' ich mich aus,
hier ist meine Heimat, hier bin ich zu Haus.

Geh nie von zu Hause fort,
ohne Gruß und ohne Wort.
Denn es kann einmal geschehen,
auf ein Nimmer-Wiedersehen.

Gehst du ins Leben einst hinaus,
halt immer hoch dein Elternhaus.
Wie glücklich dir auch fällt dein Los,
vergiss es nicht, es zog dich groß.

Lass den Mut nicht sinken,
wenn der Himmel graut.
Zwischen dunklen Wolken
wird er wieder blau.

Sei fest wie Erz
du sächsisch Herz.

Sei immer freundlich und bescheiden,
dann kann dich jeder Mensch gut leiden.
Denn freundlich und bescheiden sein,
das kostet nichts und bringt viel ein.

Sorg, doch sorge nicht zu viel,
es kommt ja doch, wie Gott es will.

Was du ererbt von deinen Vätern,
erwirb es, um es zu besitzen.

Bauernweisheiten

- Donner üwerm dörren Boum, wi dam ormen Ockersmoun
(Donner überm trocknen Baum, wehe dem armen Ackersmann)
- Ist der Mai kühl und nass, füllt der Bauer Scheun' und Fass.
- Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.
- Regnet es am Medardustag, regnet es noch 40 Tag.
- Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen. Spinne am Abend im Glücke sich laben.

Eltern und Kinder

- Der Apfel fällt nicht weit vom Baum.
- Der Klügere gibt nach.
- Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.
- Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht.
- Wie die Alten summen, so zwitschern die Jungen.

Kinder schimpfte man: Rotzlefel (Rotzlöffel), Täuser (Beutel), Näsgiaz, Hundsfut (Nichtsnutz), Limmel, Moddijer (Fauler), foj Sock (fauler Sack).

Einige Anweisungen an die Kinder:
- Egal, wen ihr auf der Straße seht, sollt ihr grüßen.
- Jetzt fängt der Ernst des Lebens an!
- Klop un, süe Gott helf ich, menj Miater hot mich am de Meltsch geschetcht.
- Won de Nochtsglock lotch, sedj er deheim.
- 12 Uhr (Mitternacht) musst Du zu Hause sein.
- Frage: Darf ich nach Meeburg auf den Ball? Antwort: Darf der/die ...? Dann darfst du auch.

Kindergedichte, - sprüche und -spiele

Dreht euch nicht um,
denn der rote Fuchs geht herum.
Wer sich umdreht oder lacht,
der bekommt eins, dass es kracht.

Eist gegien, wedder genuan,
en der Hol düe steit a Boum,
dor soul em dich ofhehn.
(Einmal gegeben, wider genommen, in der Halle steht ein Baum, daran sollst du gehängt werden.)
En em gruanen Grasgen
souß a monter Hasgen.
Spetzt de Uhren,
wetzt de Grunen,
nor of eist, wous et dervun.

Es saßen zwei Vöglein auf einem Baum.
Der eine hieß Peter, der andere hieß Paul.
Fliege fort Peter,
fliege fort Paul.
Komm zurück Peter,
komm zurück Paul.

Häschen in der Grube
saß und schlief,
saß und schlief.
Armes Häschen bist du krank,
dass du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf, Häschen hüpf,
armes Häschen hüpf, hüpf, hüpf.

Reen, reen, dot et schütt,
dot menj Miater heimen küt,
och mer Brut och Boufleisch git.

Schnetchelhuaren, retch det Huaren
Wüa te at net welt retchen,
wierfen ich dich üwer de Stetchen.

Steinchen will verstecken,
sich bei einem kind.
will die (Schenni) necken,
Schenni komm geschwind.
Schenni, Schenni komm herbei,
Suche den versteckten Stein.

Steiner, steiner Brücke,
die Brücke ist zerbrochen.
Aus was soll man sie machen?
Aus Kieselstein,
aus Marmorstein,
der Letzte muss gefangen sein.

Willi, Willi, Walli
am en Detzi Pali
Am en Detzi ruden Wenj,
morren soul denj Hochzet senj.

Abzählreime

Eins, zwei, drei,
auf der Polizei,
ist ein kleines Kind geboren,
wie soll man es taufen?
Katharina Lumpentaschen,
wer soll ihm die Windeln waschen?
Ich oder du,
Müllers Kuh,
Müllers Esel das bist du.

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
wer hat diesen Brief geschrieben,
ich oder du, Müller Kuh,
Müllers Esel das bist du.

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
eine alte Frau kocht Rüben,
eine alte Frau kocht Speck
und du bist weg.

En, den, denus,
morakatenus,
morakatiketacke
en, den, dus.

Ene, mene, muh
und raus bist du.

Sprüche und Spiele für die ganz Kleinen

Ein Fonjer, zwien Fonjer, drä.
Met enem Fonjer vär Fonjer, fuaf.

Hopp, hopp, Reiter,
wenn er fällt, dann schreit er.
Fällt er in den Graben,
so fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Sumpf,
so macht der Reiter plumps.

Hoppen, zoppen, Mongolitzken,
draiw det Koulwgen met dem Schwintzgen.
Et well net en de Stoul güen,
mer mössen et met dem Kleppel schlüen.
Hü, hü, en de Stoul.

Hoppen, zoppen, Züjeltschen
düe uowen setzt a Vüjeltschen.
Dortneden en den Donnen
Hotte se a Gongchen/ a Metschen gefongen.
Se schmeßen et en de Bronnen
en hotten et weder gewonnen.
Se schmeßen et en de Bouch,
dot et düe zebrouch.

Kleiner Schelm bist du,
Weißt du, was ich tu,
ich steck dich in den Hafersack
und bind ihn oben zu.
Wenn du dann noch schreist,
bitte mach mir auf,
dann bind ich ihn noch fester zu
und setz mich oben drauf.

Rippi, rippi heeri,
Hahn oder Huhn?
Huhn!
Dann kriegst du deinen Luhn.
Rippi, rippi, heeri,
Hahn oder Huhn?
Hahn!
Dann fangen wir wieder an.

Welt te Krunen sän? (Kronstadt sehen, indem der Erwachsene den Kopf zwischen seine Hände nimmt und das Kind hochzieht.)

Wetz det Nosgen.

Zu den Arkeder Osterbräuchen zählen: Eierfärben, Osterhase, Eierspiele, Bespritzen, Kappennehmen, das Osterlamm und der Osterball. ...weiterlesen "Osterbräuche in Arkeden"

In Arkeden wurden vor dem 2. Weltkrieg die meisten Kinder auf die Vornamen Sara, Georg, Johann, Anna, Michael, Martin und Katharina getauft. Das Resultat der häufigen Verwendung dieser Vornamen war eine relativ große Anzahl von gleichnamigen Menschen. Folgerichtig „hielt“ (= feierte) man diese Namenstage. Es wurde nicht groß gefeiert; das Feiern fiel eher bescheiden aus. Es war Brauch, dass man die Gefeierten beglückwünschte und mit kleinen Aufmerksamkeiten (Blumen oder kleine Geschenke) bedachte. Gefeiert wurde in Altersgruppen oder kameradschaftsweise. Die „Gleichnamigen“ besorgten Getränke und Speisen und luden ihre Altersgenossen, ihre Bekannten und Freunde zur Feier ein. Gelegentlich wurden anlässlich von Namenstagen Bälle im Gemeindesaal organisiert, z.B. Katrainenball (Katharinenball) = Kàtrenyeball.
(...)
Anna (hebr. „Gnade“) → Schennendàch, 26. Juli. Die mundartliche Bezeichnung „Schen“ für Anna wurzelt im Hebr. „chanan“
Katharina (vom griech. Katharos = rein) → Trenyendàch, 25. November. Am Katharinentag fanden in Arkeden in früheren Zeiten die meisten Hochzeiten statt.
Sara (hebräisch „Fürstin“) → Zàrendàch, 19. Januar

Georg (griechisch „Landmann“) → Gèrjendàch, 24. April
Johann (griech.-lat. Johannes, hebr. Jochanan „Gott ist gnädig“)→ Gehonnesdàch, 24. Juni
Martin (lat. Ableitung vom Planeten Mars) → Mi-ertesdàch, 11. November
Michael (hebr. „Wer ist Gott gleich?“) → Mècheltsdàch, 29. September. Der Michaelistag (rum. sinihai) ist in Arkeden der Tag des Schafheimtriebs und des Schafescheidens.
Gekürzter Auszug aus: Binder, Georg: Arkeden, München 1995, S. 373 – 374
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung seiner Witwe Katharina Binder.

Selten: Agneta (Nischen), Gerda, Rosi, Sofia (Sofi), Wilhelm (Will)

Gebräuchliche Vornamen
ca. 1950 - 1970 (unvollständig):

Anna (Schenni)
Astrid
Brigitte (Gitte)
Christa
Dietlinde (Ditta)
Edith
Gerlinde (Linde)
Hannelore (Hannerle)
Inge
Ingrid
Irmtraut
Katharina (Titzi)
Luise
Maria (Marichen)
MarianneMellitta
Renate
Rita
Rosi
Rosina (Sinni)
Roswitha
Tatjana
Ursula

Andreas (Ointz)
Christian
Dieter
Erwin
Georg (Datz)
Günther
Hans-Norbert
Harald
Helmuth
Horst
Ingo
Johann (Hann)
Jürgen
Kurt
Manfred
Martin (Metz)
Marius
Michael (Misch)
Siegfried (Siggi)
Udo
Walter
Werner
Wilhelm (Willi)

Spätestens ab der 1970er Jahre wurden überwiegend moderne Namen vergeben, die sich nicht mehr von jenen aus der Stadt oder aus anderen Dörfern unterschieden. Beispiele sind:

ca. 1970 - 1990 (unvollständig)
Anita
Elke
Heidi
Hildegard
Martina
Ramona
Silke
Sonja
Heidi

Roland
Uwe

Silvester

In Arkeden war es Brauch, daß der „Güerschmoun“ (Jahresmann), ähnlich wie der Weihnachtsmann, am frühen Silvesterabend den Kindern seine Geschenke brachte. Er verlangte von ihnen das fehlerfreie „Aufsagen“ ihrer „Wántsch“ (Neujahrswunsch). Wenn die Kinder dies taten und versprachen, brav zu sein, warf der „Güerschmoun“ seine Geschenke (Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten, gedörrte Pflaumen und eine Rute) durch die halbgeöffnete Tür ins Zimmer. Manchmal erkannten die Kinder in der verkleideten Gestalt ihren Großvater bzw. ihre Großmutter; sie waren sich dessen aber nicht so ganz sicher und hielten gebührenden Abstand, weil Stimme und Kleidung doch fremdartig wirkten. (…) ...weiterlesen "Neujahr"

Gekürzter Auszug aus: Binder, Georg: Arkeden, München 1995, S. 341 – 346 Nachdruck mit freundlicher Genehmigung seiner Witwe Katharina Binder.

Kirchenjahr

Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Adventsonntag und endet mit dem evangelischen „Ewigkeitssonntag“; d.h. mit dem Sonntag vor dem 1. Advent. Unter Kirchenjahr versteht man die geordnete Reihe der jährlich wiederkehrenden christlichen Feste und Sonntage.
Die evangelischen Kirchen gliedern das Kirchenjahr in drei auf Leben und Wirken Jesu bezogene Festkreise: 1) den Weihnachtsfestkreis mit insgesamt 7 – 12 Sonntagen, 2) den Osterfestkreis mit 7 – 12 Sonntagen und 3) den Pfingstfestkreis mit 25 – 30 Sonntagen (...).

Hinweis:
Meinen Schilderungen der Bräuche im Jahreszyklus lege ich das Kirchenjahr zugrunde. Im Folgenden wende ich meine Aufmerksamkeit den Bräuchen in Arkeden zu. Ich strebe keine Vollständigkeit an, weil meine Informationen und Erinnerungen lückenhaft sind und mir schriftliche Überlieferungen fehlen; im Gegenteil, ich greife einige markante Bräuche aus dem Jahreszyklus heraus und beschränke mich im Wesentlichen auf die Bräuche zwischen den Weltkriegen.

Advent

(…) In Arkeden wurde Advent (vor 1947) in der Schule im „großen“ Klassenraum gefeiert. Die Tannenzweige für den Adventkranz besorgten die Schulbuben. In meiner Kindheit war es so: Wir, die Schulbuben, gingen in den Tannenwald. Der Letzner Misch, H-Nr. 288, mit der kleinen Handaxt (Etchesken) am Hosenriemen, kraxelte auf eine der hohen Tannen und fällte Tannenzweige, die wir mit Übermut und großem Getue in die Schule brachten. Hier banden die Mädchen, unter Aufsicht und mit Anleitung der Lehrerin das Tannengrün auf einen Holzreifen, befestigten die 4 Kerzen und der fertige Adventkranz wurde an die Decke des großen Klassenzimmers gehängt.

An jedem Adventsonntag versammelten wir Schulkinder uns unter dem „brennenden“ Adventkranz, sangen Weihnachtslieder und hörten uns Weihnachtsmärchen an. (…)

Nikolaus

(…) In Arkeden war dieser Vorname nicht üblich. Trotzdem: es war Brauch, dass die Kinder die Stiefel (Schuhe) vor die Tür stellten und vom Nikolaus beschenkt wurden. In den Stiefeln oder Schuhen fanden sie am Morgen: Äpfel, Nüsse, Bonbons, Teegebäck, und – wenn auch seltener – eine Rute.

Weihnachten
(…)

Wintergrünholen und Leuchterbinden

Das Wintergrünholen in Arkeden war für die Buben der 5., 6. und 7. Schulklasse ein großes, langersehntes und sehr wichtiges Ereignis. Schon das „Mitreitendürfen“ - für sich alleine genommen – war etwas Außergewöhnliches, etwas Großartiges. Der Reitstock aus Hartriegel mit „Riemchen“ am Handgriff war längst fertig. An einem schönen Wintertag vor Weihnachten war es dann soweit. Das Reitpferd wurde gewaschen, gestriegelt und gebürstet, der Schweif aufgesteckt und die Mähne in kleine Zöpfchen geflochten. Auf den Sattel bzw. auf die „Britsch“ setzte sich der stolze Bub. Seine „Reiteruniform“ bestand meistens aus einem sogenannten „grauen Anzug“, einer Pelzkappe, „gewixten“ Lederstiefeln, „Butschen“ (Überschuhe aus gewebtem grauen Stoff) und dicken Fäustlingen. Die Reitergruppe der Schulbuben wurde von einem Vertrauensmann – mit Ansehen im Dorf – angeführt. „Vor der Kirche“ verabschiedeten die Dorfbewohner die Reitergruppe. Der Ritt ging zum „Scheiwligen Brunnen“, ein etwa 4 km entfernter, nördlich vom Dorf gelegenen, waldbestandener Hattertteil. Hier klaubten die Buben das Wintergrün. Aus einem Teil banden sie kleine Sträußchen, mit denen sie das „Gehäuptsel“ vom Zaum schmückten. Das restliche Wintergrün wurde im „Táiser“ (Hängetasche, Tragetasche) verstaut und über die Schulter gehängt oder an den Sattel gebunden. Nach getaner Arbeit traten die Jungs den Rückweg an.

Schon Stunden vor ihrer Rückkehr ins Dorf versammelten sich die Schulkinder, besonders die Buben (Klasse 1 – 4), aber auch Erwachsene, „vor der Kirche“ und hielten Ausschau auf den „Riemelt“. Wenn die Reitergruppe auf dem Bergrücken erblickt wurde, stürmten die Kinder in Richtung Schenkerbrücke am Dorfende. Hier warteten die Traber, ließen sie vorbei reiten und rannten ihnen nach. Der Rundritt durchs Dorf ging aus der Schenkergasse ins Gesken und weiter durch die Neu-, Hinter- und Kreiwelgasse bis vors Rathaus in der Kirchengasse. Vor dem Pfarrhof – in der Kreiwelgasse – machten die Reiter ihren ersten „Halt“ und ließen den Pfarrer mit drei kräftigen „Vivat-Rufen“ hochleben.

Am Ende der Kreiwelgasse (H.-Nr. 157) hatten die Dorfbewohner indessen bereits eine Wegsperre errichtet. Diese bestand aus einem mit bunten Tüchern behangenen und über die Straße gespannten Aufhaltseil, mundartlich „Se-it“ genannt. Mit donnerndem Vivat! Vivat! Vivat! für die Wegversperrer erkauften sich die Reiter die Wegfreigabe und weiter gings vor die deutsche Schule, wo man den Rektor mit dreimal Vivat! begrüßte. Dasselbe geschah vor dem Predigerhof. Zu guter Letzt wurde vor dem Rathaus Halt gemacht. Hier ließen die Jungs den Notär (Kanzleischreiber) mit dreimal Vivat! hochleben. Dies galt als Huldigung der lokalen Staatsmacht. In früheren Zeiten wurden angeblich auch der Dokter (Arzt) und der Knechtvater mit Vivatrufen begrüßt.

Das Wintergrün kam in die Häuser der 4 „Leuchterhalter“ zur Aufbewahrung. (...)

Das Leuchterbinden

Der Arkeder Leuchter bestand aus einer etwa 1,25 Meter hohen bienenkorbförmigen, leichten Holzkonstruktion. Die „Leuchter“ wurden jährlich an die vier besten Schüler (männlichen Geschlechts) der höchsten Volksschulklasse neu vergeben. Die Festlegung der vier Leistungsträger lag im Ermessen des Schulrektors. Die vom Rektor ernannten „Leuchterhalter“ wählten sich ihre Sängergruppen aus den Reihen aller Schülerinnen und Schüler. Der Klassenprimus mit dem „Ersten Leuchter“ hatte das Erstwahlrecht, er wählte sich in seine Sängergruppe die beste Sängerin bzw. den besten Sänger der Schule; dann wählte der Bub mit dem „Zweiten Leuchter“ sich die nächstbeste bzw. den nächstbesten. Und so ging die Wahl weiter bis alle Schulkinder einer der vier Sängergruppen angehörten. (...)

Am vierten Adventsonntag versammelten sich die vier Gruppen zusammen mit ihren Eltern im Hause ihrer „Leuchterhalter“. Jedes Schulkind hatte die Pflicht eine lange Wachskerze und sieben Papiersterne mitzubringen. Die Wachskerzen wurden vorzeitig in Gruppenarbeit in gläserne Gußformen gegossen. Die Papiersterne aus buntem, glitzerndem Papier schnitten die Kinder – unter Anleitung und mit Hilfe der Eltern bzw. Großeltern – selbst und eigenhändig aus.

Das ganze Leuchtergerüst wurde dicht mit Wintergrün umwunden. Blatt für Blatt band man zigtausend Wintergrünblätter an das Holzgestell fest. An die 20 Schnittpunkte der fünf Leuchterrippen mit den vier Längshölzern zum Leuchterschaft befestigte man je eine Kerze. Die einundzwanzigste - an der Leuchterspitze angebrachte – Kerze diente als Leuchterkrone. Die gegrünten kreisförmigen Leuchterrippen aus Haselnussruten sowie die kreisförmig gebogenen Längshölzer wurden mit zig farbigen Papiersternen ausgeschmückt. Das natürliche Grün der „Wéntchergränen“ (Wintergrün) und die Farbenpracht der im Kerzenlicht funkelnden Papiersterne boten dem Betrachter einen zauberhaften Anblick.

Heilig Abend / Christnacht (24. Dezember)

Am 24. Dezember etwa 17.00 Uhr riefen die Weihnachtsglocken zum Kirchgang. Mit brennenden Kerzen gingen die Dorfbewohner, familienweise, in die Kirche. Vor dem Altar stand ein großer, schön geschmückter Christbaum. Darunter die Schulkinder. Anmerkung: Das Weihnachtsbaumholen war – wie bereits erwähnt – Aufgabe der Bruderschaft; das Ausschmücken jedoch Sache des Frauenausschusses, in der Regel Presbyterfrauen. An diesem Abend war es Brauch, dass einige Buben bzw. Mädchen unter dem Weihnachtsbaum Gedichte „aufsagten“. Die Buben verneigten sich, die Mädchen machten einen Knicks und trugen ihre auswendig gelernten Verse in schnellem Tempo und lauter heller Kinderstimme vor. Die ganze Gemeinde hörte wohlwollend, aber auch kritisch zu. Nach fehlerfreiem „Aufsagen“ waren Kinder, Eltern, Großeltern, Paten, Goden, Tanten und Onkel allesamt stolz, glücklich und zufrieden. Neben den üblichen Chorälen sangen die Kinder auch Weihnachtslieder unter dem, von Kerzen und Wunderkerzen hell erleuchteten Christbaum.
Nach der Weihnachtsgeschichte, der Festpredigt und dem Gebet des Pfarrers sang der Kirchenchor, die Schulkinder und die ganze Gemeinde – mit Orgelbegleitung – die Lieder: „O du fröhliche, o du selige ...“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“. Mit diesen Liedern erreichte der Festgottesdienst seinen Höhepunkt. Anschließend erfolgte die Kinderbescherung unter dem Weihnachtsbaum. Jedes Kind bekam eine Tüte (mundartlich „Tock“) mit weihnachtlichen Leckerbissen. Darin: ein Apfel, ein paar Nüsse, Teegebäck (Plätzchen), Bonbons u.a.m. Für Inhalt, Fertigstellung und Aushändigung der Tüten war der Frauenausschuss zuständig. Für die Schulkinder gab es meistens noch ein oder zwei Hefte, einen Bleistift, einen Griffel und einen Radiergummi. In neuerer Zeit auch ein Taschentuch für Mädchen und ein Taschenmesser für Buben.

Die häusliche Weihnachtsfeier in der Familie bestand in erster Reihe aus der Weihnachtsbescherung der Kinder. Es hieß: „Der Chrèstmoun küt“ (der Christmann kommt), d.h. der Weihnachtsmann kam an die Tür, öffnete sie und warf Äpfel, Nüsse, Teegebäck. Bonbons, eine Wunderkerze und oftmals auch eine Rute ins Zimmer. Der Christmann präsentierte sich zumeist in der Person des Großvaters, der, furchterregend verkleidet, mit Schellen läutend, mit verstellter tiefer Stimme die Kinder fragte, ob sie brav gewesen und brav sein wollen und so weiter und so fort.

Nur wenige Kinder erhielten als Weihnachtsgeschenk einen Rodel oder Schlittschuhe. Nur in wenigen Häusern gab es einen Weihnachtsbaum. Nur in Einzelfällen gab es als Geschenk aus dem Handel gekauftes Spielzeug, wie: Puppe, Hampelmann, Maus mit Feder, Bausteine, Marokko-Stäbchen, Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiele, Laubsäge, Pistole u.ä.

Die häusliche Weihnachtsbescherung fiel in der Regel wegen Bargeldmangel bescheiden aus.
Nach der häuslichen Feier in der Familie – etwa um 19.00 Uhr – gingen Buben und Mädchen, Knechte und Mägde schulklassenweise in die „Christnacht“, d.h. Christnacht feiern. Die Getränke (bei den Buben in der Regel 0,5 l Wein pro Kopf) nahm jeder von zu Hause mit, oder sie wurden aus dem Handel besorgt. Gefeiert wurde bis etwa 21.00 Uhr, fein säuberlich nach Geschlechtern getrennt, im Hause eines / einer Jugendlichen. Anschließend gingen die Jungs zu den Mädchen „ansingen“ und feierten dort gemeinsam weiter. Dasselbe galt auch für Knechte und Mägde. Junge Ehepaare feierten „Christnacht“ in kleinen Gruppen von Freunden. Die alten Menschen feierten zu Hause und hüteten die kleinen Kinder. Um 22.00 Uhr versammelten sich viele Dorfbewohner, Jugendliche und Erwachsene, vor dem Portal der Kirchenburg, auf dem so genannten Parjere-in. Eine Stunde lang – zwischen 22 und 23 Uhr – läuteten die Weihnachtsglocken. Um 22 Uhr begann das „Weihnachtsblasen“ der Adjuvanten auf dem Parjere-in. Mit Marschmusik ging die „ganze“ Gemeinde anschließend auf den Pfarrhof. Im geöffneten Fenster stand, neben einem schmucken Weihnachtsbaum, der Pfarrer und die „Fra Motter“. Sie wurden mit Musik und Gesang begrüßt. Die Begrüßungsansprache hielt der Rektor. Nach dem Dank des Pfarrers ging es mit Musik zurück „vor die Kirche“. Dort wurde weiter geblasen und gesungen. Die Adjuvanten (die Mitglieder der Blasmusikkapelle) feierten anschließend im so genannten „Sprechzimmer“, Bezeichnung für den Übungsraum der Adjuvanten. Die Christnacht endete für manchen Jugendlichen, aber auch für Erwachsene, feucht-fröhlich.

Erster Weihnachtstag (25. Dezember)

Am ersten Weihnachtstag in der Früh um 6 Uhr fand in Arkeden - nach althergebrachtem Brauch - der "Weihnachtsleuchter-Frühgottesdienst" statt. Die ganze Gemeinde ging, gruppiert um die vier "brennenden" Leuchter durch die Dunkelheit zur Frühkirche. Der erste Leuchter hatte seinen Platz vor dem Altar, der zweite auf der Orgelempore, der dritte und vierte (von der Orgel aus gesehen) im rechten bzw. linken oberen Gestühl. Jede Sängergruppe der vier Leuchter sang mit Orgelbegleitung hintereinander, je eine Strophe vom Choral: "Lobt Gott ihr Christen,freuet euch ...". Zum Vergleich: Die Siebenbürgische Dorfchristmette. Das Arkeder "Leuchter-Singen" geht auf das "Quempas-Singen" der Schuljugend aus Nordsiebenbürgen zurück. Zitat von Maria Schmidt: "Es handelt sich hier um eine Zusammensetzung von Liedern, die von vier Schülergruppen im zeilenweisen Wechsel gesungen wurden. Die Gemeinde war beim Kehrreim mitbeteiligt. ... Zum Quempas-Singen gehörten auch die sogenannten Lichtertcher (Einzahl: Lichtertchi), eine Art Weihnachtspyramide" (SZ vom 15.12.88).

Der Arkeder Weihnachts-Frühgottesdienst mit Leuchter war vergleichbar mit der Siebenbürgischen Dorf-Christmette mit Lichterchi in anderen Orten.

Am ersten Weihnachtstag besuchten sich die nahen Verwandten gegenseitig. Am zweiten und/oder dritten Weihnachtstag fand in der Regel ein Ball statt. Besondere Bräuche sind mir an diesen Tagen nicht bekannt.

Gekürzter Auszug aus: Binder, Georg: Arkeden, München 1995, S. 341 – 346
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung seiner Witwe Katharina Binder.