Springe zum Inhalt

Der Deutsche Jugendverein lädt zusammen mit dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde vom 16.-23. September 2018 zu einer sogenannten Sommerakademie nach Birthälm in Rumänien ein.  ...weiterlesen "Siebenbürgische Sommerakademie für Jugendliche"

Liebe Arkeder, liebe Freunde,

ab sofort könnt Ihr Euch im Heiligenhof Bad Kissingen (https://www.heiligenhof.de) für die Arkeder Freizeit im September anmelden. Bitte druckt dafür nachfolgendes Dokument aus und schickt es ausgefüllt per Mail, Fax oder Post an die genannte Adresse. Anmeldung 21.09.-23.09 

...weiterlesen "Einladung zum Septemberwochenende in Bad Kissingen"

Nach mittlerweile fast 10 Jahren ist es Zeit, auf eine neue Technologie umzusteigen. Damit einhergehend wird sich auch unser Design deutlich verändern. Wir hoffen, dass ihr damit mindestens genauso gut zurecht kommt wie bisher und treue Leser unserer Seiten bleibt.

Nach mittlerweile 15 Jahren ist es Zeit, auf eine neue Technologie umzusteigen. Damit einhergehend wird sich auch unser Design deutlich verändern. Wir hoffen, dass ihr damit mindestens genauso gut zurecht kommt wie bisher und treue Leser unserer Seiten bleibt. ...weiterlesen "Neues Layout"

Das Siebenbürgisch-Deutsche Tageblatt Nr. 1555 berichtet am 1. Februar 1879 von einer mäßig erfolgreichen Treibjagd auf ein sich wieder angesiedeltes Wolfsrudel in den Arkeder Wäldern. Nachfolgend findet Ihr die unveränderte Abschrift des Originaltextes.

Das Siebenbürgisch-Deutsche Tageblatt Nr. 1555 berichtet am 1. Februar 1879 von einer mäßig erfolgreichen Treibjagd auf ein sich wieder angesiedeltes Wolfsrudel in den Arkeder Wäldern.Über die von uns bereits erwähnte offizielle Treibjagd geht uns noch folgender ausführliche Bericht zu:  ...weiterlesen "Wolfsjagd in Arkeden (1879)"

Im Weiteren findet Ihr einige Anzeigen aus Arkeden im Siebenbürgisch-Deutschen Tageblatt aus den Jahren 1881 - 1884. Diese kleinen Meldungen geben uns ein Gespür für jene vergangene Zeit und die damaligen Belange der Menschen. Viel Vergnügen!

Im Weiteren findet Ihr einige Anzeigen aus Arkeden im Siebenbürgisch-Deutschen Tageblatt aus den Jahren 1881 - 1884.
Diese kleinen Meldungen geben uns ein Gespür für jene vergangene Zeit und die damaligen Belange der Menschen.
Viel Vergnügen!

Aus: Siebenbürgisch-Deutsches Tageblatt Nr. 2279 vom 18. Juni 1881

Kampf zwischen zwei Dörfern
Aus Arkeden, 13. Juni, wird uns geschrieben: Samstag, 11. Juni, hatten etwa zehn romänische Insassen des benachbarten Dorfes Zoltan sich die Freiheit genommen, mit einer beträchtlichen Anzahl von Kühen, die sie hüteten, die Hattertgrenze zu überschreiten und dieselben im Arkeder Kornfeld weiden zu lassen. Dies bemerkten drei sächsische Bauern von hier und eilten hinaus, um die Besitzstörer zu pfänden und weitern Feldfrevel abzuwenden. Als sie einige der Kühe dem Dorfe Arkeden zutrieben, fielen die zehn Zoltaner Hüter mit ihren Stöcken über sie her und mißhandelten sie derart, daß der Eine von ihnen am Kopfe, die Andern an den Armen blutige Wunden davontrugen. Um ihr Leben vor der Wuth der überlegenen Bande zu retten, mußten sie die Kühe, und damit das sicherste Pfand und Kennzeichen zur Eruirung der Missethäter preisgeben.
Auf die geschehene Anzeige begaben sich einige Vertreter des hiesigen Ortsamtes Sonntag, 12. Juni, nach Zoltan, um die Frevler ausfindig zu machen. Dieselben wollten, nachdem man sie in ihren Wohnungen aufgefunden, vom begangenen Feldfrevel und der Mißhandlung der Arkeder nichts wissen. Das Gericht, dem die Sache angezeigt wird, wird weitere Untersuchungen pflegen.
Wie es sonst um die Sicherheit in Feldern und Gärten bestellt ist, beweist die Thatsache, daß in der hiesigen Baumschule dieses Frühjahr wiederholt schon veredelte Obstbäumchen von böswilligen Händen abgebrochen, die Gemüsebeete geplündert worden sind, ohne daß man der Frevler hafthaft werden konnte.
Unter solchen Verhältnissen hält es für die Betheiligten schwer, den Eifer und die Lust, an pomologischen und ähnlichen Gärten zu arbeiten, sich zu bewahren.


Aus: Siebenbürgisch-Deutsches Tageblatt Nr. 2865 vom 22. Mai 1883

Aus Keisd schreibt man uns:
Vom 1. Juni d. J. hält der neu eingerichtete Omnibuszug auf der Strecke zwischen Hejasfalva und Arkeden auch bei Szederjes, an der Keisder Hattertgrenze. Um die Errichtung einer solchen Haltestelle waren wir bei der Betriebsleitung der Staatsbahn östlicher Linie in Klausenburg eingeschritten, und es fand unser Gesuch eine günstige Erledigung. Diese Haltestelle ist per Wagen nur 20 Minuten vom Markt entfernt, während die Entfernung von der Station Hejasfalva eine volle Stunde beträgt. Nunmehr können wir auch per Bahn nach Schäßburg fahren, was bisher nicht geschah, denn wer mittelst Wagen bis Hejasfalva die halbe Wegstrecke zurücklegte, fuhr auch die andere Hälfte des Weges mit dem Wagen nach Schäßburg.


Aus: Siebenbürgisch-Deutsches Tageblatt Nr. 3098 vom 22. Februar 1884

(Aus Arkeden) wird uns geschrieben:
Ein ungeahnter schwerer Schlag hat die Gemeinde getroffen. Gemeindenotär und Postmeister Josef Scharmüller ist am 19. Februar durch einen Schlagfluß gestorben. Um 8 Uhr Abends noch gesund und in voller Arbeit in seiner Kanzlei thätig, wurde er nach 9 Uhr von seiner tieferschütterten Familie völlig entseelt am Boden gefunden. Geboren in Denndorf am 25. März 1938, besuchte er das Gymnasium in Schäßburg bis zur zweiten Klasse, wurde dann von seinem Vater, Notär in Malmkrog, in den Notariatsdienst eingeführt und gewann hiebei solche Kenntnisse und Uebung darin, daß er am 3. Januar 1860 von der Gemeinde Arkeden zum Notär erwählt wurde. In dieser Stellung hat er 24 Jahre treu und hingebend gedient und seit Jahren auch die Geschäfte der Post bestens verwaltet.
Kundig der Geschäfte, pünktlich und genau in seiner Pflichterfüllung, gewandt im Umgang mit Menschen, der Landessprachen mächtig, vermochte er seine Gemeinde wohl zu vertreten, ihr durch manche Schwierigkeit hindurchzuhelfen und erfreulichen Fortschritt zu befördern. Er suchte gewissenhaft nach oben und unten seine Pflicht zu thun und konnte daher von Anfechtungen frei bleiben. Gesetzestreue und Redlichkeit aber waren dabei sein Halt.
Warme Anhänglichkeit an seine Kirche und sein Volk saß tief in seinem Herzen. Diese Gesinnung bewies er durch mehrfache Gaben und Stiftungen, so auch am letzten Lutherfest durch seine Schulstiftung von 50 fl.
Eine zu vielen Dank verbundene Gemeinde, eine trauernde Familie mit vier noch unversorgten Kindern, Freunde nah und ferne rufen ihm nach: Ruhe dem wackeren Streiter!

Einem Bericht der Zeitung "Vocea Transilvaniei" vom 14. Januar 2016 zufolge soll die Straße zwischen Mureni und Arkeden noch in diesem Jahr eine Asphaltdecke erhalten.

Weiter zum vollständigen Artikel...

Ausschnitte vom Aufenthalt des Prinzen Charles von Wales in Arkeden am 31. Mai 2015 dokumentiert ein Film auf youtube. Gezeigt werden sowohl die schönen Seiten des Dorfes mit der renovierten Kirchenburg und frisch getünchten Hausfassaden als auch solche, die den unaufhaltsamen Verfall, z.B. des Rathauses und von Privathäusern, beinhalten.

Letzteres thematisiert Michael Thellmann im Interview. In einem weiteren Interview geht ein englischsprechender Gast auf die Besonderheit der Dorfanlage ein: "Ich war unterwegs in Europa, Australien, Neuseeland usw., aber dieser Platz ist einzigartig auf der ganzen Welt."

Die Renovierungsarbeiten an der Kirchenburganlage in traditioneller Bauweise zeugen ebenfalls von der Wertschätzung dieses historischen Erbes.

Alle Interviewten sehn im Tourismus den einzigen Wirtschaftszweig der Zukunft in Arkeden und die einzige Möglichkeit, die Natur und Kultur in und um Arkeden herum zu erhalten.

Bilder in hoher Qualität und guter Zusammensetzung hält der Film für Euch bereit:

Video Arkeden

Als Sachsenbischof (1868 - 1893) hat Georg Daniel Teutsch (*1817, +1893) in den Jahren 1870 bis 1888 sämtliche Kirchengemeinden der evangelischen Landeskirche (mit Ausnahme von Klein-Alisch, aufgrund von Typhus für auswärtige Besucher gesperrt), besucht und dem Landeskonsistorium darüber Bericht erstattet.
Unter dem Titel: Teutsch, Georg Daniel: Gesamtkirchenvisitation der evangelischen Kirche A.B. in Siebenbürgen : (1870 - 1888) erschienen seine aufschlussreichen Dokumentationen im Jahr 1925 in Hermannstadt. Ein Nachdruck erschien 2001 im Verlag Böhlau.
Daneben berichtete auch die Presse von den Begehungen. So auch über den bischöflichen Besuch in Arkeden am 17. und 18. Juli 1884.

Originalgetreue Abschrift aus dem Siebenbürgisch-Deutschen Tageblatt vom 28. und 29. Juli 1884. Kürzungen werden mit […] angezeigt, Anmerkungen von Brigitte Depner mit [Anm. BD] gekennzeichnet.

Quelle: Siebenbürgisch-Deutsches Tageblatt, Hermannstadt, Jahrgang 11, 1884, Montag, 28. Juli ...weiterlesen "Bericht über Arkeden im Jahr 1884"

Am 14. Sept. 2013 fand im Gasthof "Waldesruh" in Unterwinstetten unser Arkeder Treffen statt. Ab 10.30 gab es das Eintreffen der Arkeder mit herzlichen Begrüßungen und Umarmungen. Groß war die Freude Menschen zu begrüssen, die man schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Am 14. Sept. 2013 fand im Gasthof "Waldesruh" in Unterwinstetten unser Arkeder Treffen statt. Ab 10.30 gab es das Eintreffen der Arkeder mit herzlichen Begrüßungen und Umarmungen. Groß war die Freude Menschen zu begrüssen, die man schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Als dann endlich alle Platz genommen hatten, meldete sich Günther Müller an der Orgel mit einem Musikentree und Pfarrer Samuel Piringer eröffnete den Gottesdienst. Es wurden Lieder gesungen und der Pfarrer hielt eine kleine aber sehr anregende Predigt. Der Gottesdienst endete mit dem Lied „Nun danket alle Gott“, ein Lied, das früher in Arkeden auf Hochzeiten gesungen wurde, wenn nach der Trauung die ganze Hochzeitsgesellschaft beim großen Eingangsportal zur Kirchenburg stehen blieb und die Dorfadjuwanten den Gesang begleiteten.
Für mich war dieser Moment immer der feierlichste auf der Hochzeit. Ich weiß nicht, wie es den anderen ging, aber beim Singen dieses Liedes musste ich daran denken, dass wir auch heute, trotz aller Wehmut unsere alte Heimat verlassen zu haben, Grund genug haben, Gott dankbar zu sein, dass wir hier in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben und in Frieden und Freiheit unser Leben gestalten dürfen und auch immer wieder unserer alten Heimat gedenken können. So einen Ausnahmetag haben wir heute. Wir freuen uns auf unser Treffen und feiern fröhlich unser Wiedersehen.

Nach dem Gottesedienst gab es einen Bericht von Michael Thellmann über die feierliche Einweihung der sanierten Kirche und Kirchenburg in Arkeden am 11. August d.J., Feierlichkeit bei der auch das rumänische Fernsehen dabei war und an die hundert Arkeder, die die weite Reise nicht gescheut haben, um dieses Ereignis dort in Arkeden mit zu erleben.
Wer das nicht konnte oder wen das vielleicht interessiert, besuchen Sie doch die HOG ARKEDEN im Internet, Sie werden erstaunt sein, wie viele schöne Bilder zu bestaunen sind.

Nach einem schönen gemeinsamen Mittagessen - hier muss ich lobend die Besitzer des Gasthofes "Waldesruh" erwähnen - ging das Programm weiter mit der Wahl des neuen Vorstandes. Ich muss schon sagen, bestimmt wenige Dorfgemeinschaften haben einen solch dynamischen Vorstand und eine solch fortschrittliche Vorsitzende, BRIGITTE DEPNER. Auch davon können Sie sich überzeugen, wenn Sie unsere Homepage in Internet besuchen. Auch haben die Arkeder einen e.g. Verein gegründet mit einem Mitgliederverzeichnis mit Namen, Adresse und Telefonnummer und nur 5 Euro jährlicher Beitrag. Wie wir alle wissen, ist ein Verein so stark wie seine
Mitgliederanzahl, also bitte alle Arkeder, die bis jetzt noch nicht Mitglied sind, lasst euch eintragen um diese Gemeinschaft zu vergrößern und zu verstärken.

Nach der Wahl des Vorstandes kam zur Kaffeestunde eine große Überraschung, es gab den berühmten Siebenbürgischen Baumstriezel satt. Das bedeutet, dass wir kein anderes Gebäck brauchten. Auf allen Tischen waren die Teller mit Baumstriezel wie von einer Fee immer wieder voll. Wir haben es richtig genossen, was man auch bei den anregenden Gesprächen an den Tischen bemerkte. Die Leute waren fröhlich und rundum zufrieden.

Nach dieser feierlichen Kaffeestunde kam nun auch die Musikband zur Geltung. Der Tanzboden füllte sich nur zögernd aber dann ging die Post so richtig ab. Tänzer sangen zusammen mit den Musikanten die schönen Lieder und so kam richtig Schwung in die Bude. Also liebe Arkeder, erzählt allen, die in diesem Jahr nicht dabei waren, dass es sich lohnt zum Treffen zu kommen, denn je mehr Leute dabei sind desto angenehmer wird es und desto mehr Gesprächsstoff gibt es. Ich weiss, dass wir in der ganzen Bundesrepublik verteilt sind und es manchmal
schwierig ist sich auf einen langen Weg zu machen. Ich würde sagen, dass es sich lohnt, denn die Zeit vergeht so schnell und wir werden leider nicht jünger, dieses Elixier wurde noch nicht erfunden. Es wird der Tag kommen, wo es sich nicht mehr lohnt so ein Treffen zu organisieren, also nutzt heute die Gelegenheit, es lohnt sich.

Viele Grüße von Eurer Helmi

Wenngleich die Zahl der Anwesenden mit 142 Personen diesmal geringer war als in früheren Jahren, war das Interesse an der Vereinsarbeit groß. Für die rege Beteiligung und zahlreiche Spenden sprechen wir allen unseren aufrichtigen Dank aus.

Wenngleich die Zahl der Anwesenden mit 142 Personen diesmal geringer war als in früheren Jahren, war das Interesse an der Vereinsarbeit groß. Für die rege Beteiligung und zahlreiche Spenden sprechen wir allen unseren aufrichtigen Dank aus.
Zentrales Thema war die Wahl bzw. Neuwahl der Vorstandsmitglieder (s. an anderem Ort ausführlichen Bericht.).
Dass wir 19 neue Vereinsmitglieder und 5 neue Kirchenmitglieder im Sonderstatus gewinnen konnten, ist besonders erfreulich. Für eine Mitgliedschaft ist es nie zu spät. Anträge findet Ihr auf unserer Homepage.
Unter dem Motto: Von den Alten lernen wurden rd. 150 Sprichwörter, Lebensweisheiten, Sprüche und Redensarten gesammelt, die auf unserer Homepage nachzulesen sind. Zugleich soll die Dokumentation unseres Gedankengutes ein Einstieg in das Projekt “Ethnographische Sammlung” der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (http://traditionen.evang.ro/) sein, an der wir uns in den nächsten Jahren aktiv beteiligen wollen.
Lasst Euch inspirieren und teilt uns weitere Sprüche und Arkeder Weisheiten mit.
Im Vorverkauf konnte die neue Ortsmonographie, welche unter dem Titel: Arkeden – Erked – Archita Ende des Jahres im Schiller-Verlag Hermannstadt erscheinen wird, zum Subskriptionspreis von 12€ zuzüglich 1€ Portokosten erworben werden. Über den Buchhandel wird der Band ab Mitte Dezember zum Preis von 15€ zu kaufen sein. Zum vergünstigten Preis kann das Buch noch bis 31. Oktober bestellt werden, indem der Betrag von 12€ + ggf. Porto 1€ auf das bekannte HOG-Konto unter Angabe der Bestimmung und Exemplarzahl überwiesen wird. Zie Zusendung erfolgt automatisch noch vor Weihnachten.
Unser besonderer Dank geht an Pfarrer Samuel Piringer, in den 1980er Jahren Vikar in Arkeden, gegenwärtig Pfarrer in Waldenburg (Baden-Württemberg), welcher erneut den Gottesdienst für uns abgehalten und daneben auch das Gespräch mit den Arkedern gesucht hat. Günther Müller hat die Andacht in gewohnt professioneller Weise musikalisch umrahmt. Auch ihm ein herzliches Dankeschön für sein unermüdliches Engagement.
Für Tanzmusik und -Stimmung sorgte die Ingolstädter Band In Joy.
Wie jedes Jahr oblag die Gesamtorganisation des Treffens Walter Müller. Danke für ein gelungenes Fest.

Das hat meine Mutter / mein Vater / meine Großmutter / mein Großvater immer gesagt: Lebensweisheiten, Sprichwörter und Redensarten aus Arkeden, die uns geprägt haben und heute noch begleiten. Vielen Dank für die rege Beteiligung. Ergänzungen und Korrekturen nimmt Brigitte gerne entgegen. Diese Datei wird laufend aktualisiert. Es lohnt sich, öfter reinzuschauen.

Das hat meine Mutter / mein Vater / meine Großmutter / mein Großvater immer gesagt: Lebensweisheiten, Sprichwörter und Redensarten aus Arkeden, die uns geprägt haben und heute noch begleiten.

Gängige Redensarten
- börlen wä en Ruhrkia (heulen wie eine Rohrkuh)
- denkel wä en er Beffel (stockfinster – wie im Bauch eines Büffels)
- doir/heßig/koult/ wä der Doiwel (Vgl. mit Teufel als höchste negative Steigerungsstufe)
- droch wä polver (pulvertrocken)
- fräzen wä en Ruap (frieren wie eine Rübe)
- frich dich! (Vgl. dt: Selber Schuld oder Wer nicht will, der hat.)
- geschetch wä der Bletz (blitzgescheit)
- Grußformeln: Gott helf ich. Antwort: Gott erhoult ich. Oder: Riet er met enounder? Adje.
- Har helf! (z.B. vor einer Reise oder einer wichtigen Aufgabe. Beim Brotbacken formte man mit der Handkante auf den aufzugehenden Teig drei Kreuze und sprach dabei diese Worte)
- Harzer Hargott (dt.: Meine Güte oder Mein lieber Gott)
- (Titzi) harzet menj (dt: Oh, mein Gott)
- hort wä der Stein (steinhart)
- koult wä det Eis
- krözen (kränkeln, jammern)
- los vun enounder (total geschafft, kaputt)
- loung och schün wä en Staip (vgl. Bohnenstange)
- olber wä der Ierdbodem / wä det Houlz / wä der Desch / ca bita
(dumm wie die Erde, das Holz, der Tisch)
- orem wä de Kirchemaus (arm wie eine Kirchenmaus)
- saur / bätter wä oumpert (sauer oder bitter wie ein Gift)
- schün wä en Spal (spindeldürr)
- sott zem zepletschen (zum Platzen satt)
- uaßig wä en Boi (wütend wie eine Biene)
- uaßig (?) wä e Bitcho (stur wie ein Stier)
- zöddern wä a Blat (zittern wie ein Blatt)

Allgemeine Lebensweisheiten
- A jed Sock föntch senje Bondjel. (Jeder Topf findet seinen Deckel)
- Das Haus nicht austragen (Familiengeheimnisse nicht ausschwatzen oder vor Fremden Negatives
über die eigene Familie sagen)
- De Huffert deit wi (dt.: Wer schön sein will, muss leiden.)
- De Wüerheit waist sich (dt: Die Sonne bringt es an den Tag.)
- Dem Alter die Ehr!
- Det Fleisch soul fresch senj, det Brut en Douch oult, der Wenj a Güer oult.
- Die Sonne bringt es an den Tag.
- Der Aff' macht alles nach.
- Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
- Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
- Einen alten Baum verpflanzt man nicht.
- Einer für alle, alle für einen.
- Em koun et glod essen, or em koun och drüen. (wenn einem etwas nicht besonders gut schmeckt: Man kann es grad so essen, aber man kann auch drauf verzichten.)
- Ende gut, alles gut.
- Erstunken ist noch niemand, aber erfroren schon viele.
- Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
- Es kommt nicht auf die Größe an.
- Et es ollest ze est giat (vgl. dt: Nichts für ungut)
- Et küt, wä et küt. (Es kommt wie's kommt)
- Gescheit ist schön. Auch: Gescheit ist nobel.
- Giaden opetit. Widen nest beküt, es bekrüt. (Guten Appetit. Wer nichts abkriegt ist traurig.)
- Großzügigkeit lohnt sich.
- Hunde, die bellen, beißen nicht.
- Jeder Esel wo er kann, schreibt er seinen Namen an.
- Jeder ist seines Glückes Schmied.
- Klein aber fein.
- Kotz wä Mitz (vgl. dt: Jacke wie Hose oder Gehopst wie gesprungen)
- Kommt Zeit, kommt Rat.
- Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
- Lügen haben kurze Beine.
- Nia kennen mer met em Hongrijen Stound holden (z.B. nach einem guten Essen: Jetzt können wir
einem Hungrigen standhalten oder trotzen.)
- Nie Gleiches mit Gleichem vergelten.
- Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
- Die Ruhe ist dem Menschen heilig, nur der Verrückte hat es eilig.
- Schreib alles auf, dann vergißt du es nicht.
- Sorg, doch sorge nicht zu viel, es kommt ja doch, wie Gott es will.
- Sorj es fuar de Schoden giat. (vgl. dt: Vorsorge ist besser als heilen.)
- Stille Wasser sind tief.
- Trautes Heim – Glück allein.
- Urteile nie (über jemanden), bevor du an seiner Stelle gestanden hast.
- Vor der eigenen Tür kehren.
- Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
- Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.
- Wasser (trinken) wie das liebe Vieh (wenn man etwas Besseres ablehnt)
- Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
- Wie du mir, so ich dir.
- Wo man singt, da lass' dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.
- Won der Alonge est würd … (Etwas trifft ein, wenn der Alonge eine Funktion übernimmt - also gar nicht)
- Wot süen de Lotch? Oder: Wot söllen de Lotch süen? (Was sagen die Leute?)
- Zwien hort Mühlstein mohlen net giat (Zwei harte Mühlsteine mahlen nicht gut. Im Sinne von: Zwei unnachgiebige Menschen kommen nicht zum Ziel)

Arbeit, Geld, Erfolg, Besitz
- a Knoup or a Kottner senj (erfolgreich, tüchtig, begabt)
- Aller Anfang ist schwer, doch wenn der Anfang nicht wär', käm' das Ende nimmermehr.
- Am schönsten ist es nichts zu tun und nach der Arbeit auszuruhn.
- Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder.
- Die Rose riecht, der Dorn der sticht, wer gleich bezahlt, vergisst es nicht.
- Du kannst alles erreichen, du musst es nur wollen.
- Eigener Herd ist Goldes wert.
- Erst die Arbeit, dann das Spiel.
- Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
- Es kann vorkommen, dass unsere Nachkommen mit ihrem Einkommen nicht auskommen.
- Früh übt sich, was ein Meister werden will.
- Halte Ordnung, liebe sie, sie erspart dir Zeit und Müh'.
- Ist der Handel noch so klein, mehr als Arbeit bringt er ein.
- Kammer dich net am dout, wot te hos; kammer dich am dout, wot te noch net hos. (Verschwende
deine Gedanken nicht an Dinge, die du bereits besitzt, sondern denke über das nach, was dir
noch nicht gehört)
- Langes Fädchen, faules Mädchen.
- Man kann noch so viel verdienen; wenn man mit dem Geld nicht umgehen kann, war die ganze
Müh' umsonst.
- Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
- Met der Orbat es za dian. (Mit der Arbeit ist man beschäftigt)
- Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
- Morgenstund hat Gold im Mund.
- Nach des Tages Müh' und Rast, winkt zu Haus' die süße Rast.
- Nach der Arbeit ist gut ruhn und ein kleines Schläfchen tun.
- Ohne Fleiß kein Preis.
- Schuster bleib bei deinen Leisten.
- Solang noch eine Nacht dazwischen ist … (ist noch Zeit, etwas Dringendes zu erledigen)
- Strenge Rechnung – gute Freundschaft.
- Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen.
- Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
- Wenn du mit Geld arbeitest, sei immer redlich, dann kann dir nichts passieren.
- Wer das Ei nicht streicht, wird sein Lebtag nicht reich.
- Wer den Gulden nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.
- Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Gulden nicht wert.
- Wer kann, der kann, nur kein Neid.
- Wer nachts ein Mensch/Kottner ist, muss auch tagsüber einer sein.
- Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
- Wer rastet, der rostet.
- Wie der Herr so das Gescherr.
- Wie orbet hot nijen Zetch Geld ze verdänen.
- Wir sind zu arm um billig zu kaufen.
- Zur Not frisst der Teufel auch Fliegen.

Sprüche
Aufgekauft vom leeren Platz,
hab ich dieses Haus erbaut.
Erst mal sauer und dann süß,
so hilft Gott zum Paradies.

Begrüße den Morgen mit fröhlichem Sinn,
dann schwinden die Sorgen des Tages dahin.

Beklage nie den Morgen,
der Müh und Arbeit gibt.
Es ist so schön zu sorgen,
für Menschen, die man liebt.

Deiner Sprache, deiner Sitten,
deinem Volke bleibe treu.

Der Mensch braucht ein Plätzchen,
und wär's noch so klein,
von dem er kann sagen,
sieh hier, das ist mein.
Hier leb ich, hier lieb ich, hier ruh' ich mich aus,
hier ist meine Heimat, hier bin ich zu Haus.

Geh nie von zu Hause fort,
ohne Gruß und ohne Wort.
Denn es kann einmal geschehen,
auf ein Nimmer-Wiedersehen.

Gehst du ins Leben einst hinaus,
halt immer hoch dein Elternhaus.
Wie glücklich dir auch fällt dein Los,
vergiss es nicht, es zog dich groß.

Lass den Mut nicht sinken,
wenn der Himmel graut.
Zwischen dunklen Wolken
wird er wieder blau.

Sei fest wie Erz
du sächsisch Herz.

Sei immer freundlich und bescheiden,
dann kann dich jeder Mensch gut leiden.
Denn freundlich und bescheiden sein,
das kostet nichts und bringt viel ein.

Sorg, doch sorge nicht zu viel,
es kommt ja doch, wie Gott es will.

Was du ererbt von deinen Vätern,
erwirb es, um es zu besitzen.

Bauernweisheiten

- Donner üwerm dörren Boum, wi dam ormen Ockersmoun
(Donner überm trocknen Baum, wehe dem armen Ackersmann)
- Ist der Mai kühl und nass, füllt der Bauer Scheun' und Fass.
- Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.
- Regnet es am Medardustag, regnet es noch 40 Tag.
- Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen. Spinne am Abend im Glücke sich laben.

Eltern und Kinder

- Der Apfel fällt nicht weit vom Baum.
- Der Klügere gibt nach.
- Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.
- Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht.
- Wie die Alten summen, so zwitschern die Jungen.

Kinder schimpfte man: Rotzlefel (Rotzlöffel), Täuser (Beutel), Näsgiaz, Hundsfut (Nichtsnutz), Limmel, Moddijer (Fauler), foj Sock (fauler Sack).

Einige Anweisungen an die Kinder:
- Egal, wen ihr auf der Straße seht, sollt ihr grüßen.
- Jetzt fängt der Ernst des Lebens an!
- Klop un, süe Gott helf ich, menj Miater hot mich am de Meltsch geschetcht.
- Won de Nochtsglock lotch, sedj er deheim.
- 12 Uhr (Mitternacht) musst Du zu Hause sein.
- Frage: Darf ich nach Meeburg auf den Ball? Antwort: Darf der/die ...? Dann darfst du auch.

Kindergedichte, - sprüche und -spiele

Dreht euch nicht um,
denn der rote Fuchs geht herum.
Wer sich umdreht oder lacht,
der bekommt eins, dass es kracht.

Eist gegien, wedder genuan,
en der Hol düe steit a Boum,
dor soul em dich ofhehn.
(Einmal gegeben, wider genommen, in der Halle steht ein Baum, daran sollst du gehängt werden.)
En em gruanen Grasgen
souß a monter Hasgen.
Spetzt de Uhren,
wetzt de Grunen,
nor of eist, wous et dervun.

Es saßen zwei Vöglein auf einem Baum.
Der eine hieß Peter, der andere hieß Paul.
Fliege fort Peter,
fliege fort Paul.
Komm zurück Peter,
komm zurück Paul.

Häschen in der Grube
saß und schlief,
saß und schlief.
Armes Häschen bist du krank,
dass du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf, Häschen hüpf,
armes Häschen hüpf, hüpf, hüpf.

Reen, reen, dot et schütt,
dot menj Miater heimen küt,
och mer Brut och Boufleisch git.

Schnetchelhuaren, retch det Huaren
Wüa te at net welt retchen,
wierfen ich dich üwer de Stetchen.

Steinchen will verstecken,
sich bei einem kind.
will die (Schenni) necken,
Schenni komm geschwind.
Schenni, Schenni komm herbei,
Suche den versteckten Stein.

Steiner, steiner Brücke,
die Brücke ist zerbrochen.
Aus was soll man sie machen?
Aus Kieselstein,
aus Marmorstein,
der Letzte muss gefangen sein.

Willi, Willi, Walli
am en Detzi Pali
Am en Detzi ruden Wenj,
morren soul denj Hochzet senj.

Abzählreime

Eins, zwei, drei,
auf der Polizei,
ist ein kleines Kind geboren,
wie soll man es taufen?
Katharina Lumpentaschen,
wer soll ihm die Windeln waschen?
Ich oder du,
Müllers Kuh,
Müllers Esel das bist du.

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
wer hat diesen Brief geschrieben,
ich oder du, Müller Kuh,
Müllers Esel das bist du.

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
eine alte Frau kocht Rüben,
eine alte Frau kocht Speck
und du bist weg.

En, den, denus,
morakatenus,
morakatiketacke
en, den, dus.

Ene, mene, muh
und raus bist du.

Sprüche und Spiele für die ganz Kleinen

Ein Fonjer, zwien Fonjer, drä.
Met enem Fonjer vär Fonjer, fuaf.

Hopp, hopp, Reiter,
wenn er fällt, dann schreit er.
Fällt er in den Graben,
so fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Sumpf,
so macht der Reiter plumps.

Hoppen, zoppen, Mongolitzken,
draiw det Koulwgen met dem Schwintzgen.
Et well net en de Stoul güen,
mer mössen et met dem Kleppel schlüen.
Hü, hü, en de Stoul.

Hoppen, zoppen, Züjeltschen
düe uowen setzt a Vüjeltschen.
Dortneden en den Donnen
Hotte se a Gongchen/ a Metschen gefongen.
Se schmeßen et en de Bronnen
en hotten et weder gewonnen.
Se schmeßen et en de Bouch,
dot et düe zebrouch.

Kleiner Schelm bist du,
Weißt du, was ich tu,
ich steck dich in den Hafersack
und bind ihn oben zu.
Wenn du dann noch schreist,
bitte mach mir auf,
dann bind ich ihn noch fester zu
und setz mich oben drauf.

Rippi, rippi heeri,
Hahn oder Huhn?
Huhn!
Dann kriegst du deinen Luhn.
Rippi, rippi, heeri,
Hahn oder Huhn?
Hahn!
Dann fangen wir wieder an.

Welt te Krunen sän? (Kronstadt sehen, indem der Erwachsene den Kopf zwischen seine Hände nimmt und das Kind hochzieht.)

Wetz det Nosgen.

Zu den Arkeder Osterbräuchen zählen: Eierfärben, Osterhase, Eierspiele, Bespritzen, Kappennehmen, das Osterlamm und der Osterball.

Das Eierfärben (arkederisch „det Àjergölwen“)
Für das Buntfärben der Eier verwendete man verschiedenfarbiges Pulver (Gölwes genannt). Das Farbpulver war in handelsüblichen Kleinpackungen in den Dorfläden erhältlich.
Ein von altersher geübter Brauch war das Gölwen mit ausgekochten Zwiebelschalen, Baumrinden oder Nußschalen hergestelltem Farbstoff. Die mit selbstproduzierten Naturfarben gegölften Hühnereier wurden durch Handbemalen, Aufkleben von handgeschnittenen Papierfiguren oder Anbringen von Wachsfiguren bunt verziert. Bei der Eierverzierung halfen die Kinder fleißig und freiwillig mit.
Jede Hausfrau färbte eine ganze Menge Hühnereier aus eigener Produktion. Ein Teil der Eier wurde zur Belohnung der Bespritzer, Beschenkung der Patenkinder und für Eierspiele (z.B. „totzen“) verwendet. Den Rest „erhielt“ der Osterhase und „legte“ sie ins Nest.
In früheren Zeiten war es Brauch, dass die Frauen im Taschentuch eingeknüpfte Ostereier in den Osterfestgottesdienst mitnahmen und damit ihre Patenkinder beschenkten.

Der Osterhase (Usterhosen)
In Arkeden bauten die Kinder dem Osterhasen weiche Nester aus Moos und Gräsern und stellten sie in den Garten oder in die Stube. Frühmorgens am ersten Ostertag waren die Nester voll. Der Osterhase „legte“ große gefärbte Hühnereier, kleine farbige Zuckereier und seltener auch ein kunstvoll bemaltes hölzernes Osterei. Am Ostermorgen war es Brauch auf Eiersuche zu gehen. Die Kinder versuchten die Spuren des Osterhasen im Garten ausfindig zu machen und zu verfolgen, in der Hoffnung die vom Osterhasen in Eile verlorenen Ostereier zu finden.

Das Eieranstoßen (det Àjertotzen)
Das Eieranstoßen (Eierschlagen) war ein äußerst beliebtes Kinderspiel. Herauszufinden war, wer das "stärkste " Ei hat. Wenn sich zwei Kinder trafen, fragte eins das andere: „Küß te totzen?“ (Kommst du anstoßen?), oder sagte: „Kàm totzen!“ (Komm anstoßen!). Wenn die Aufforderung zum „Totzen“ angenommen und die Einwilligung erfolgt war, mussten noch die Rollen der beiden Spieler festgelegt werden. Die Rollenverteilung erfolgte durch freie Übereinkunft, Münzewerfen oder „Steinchenfinden“, d.h., ein Kind versteckte hinter seinem Rücken ein Steinchen in einer zugemachten Hand und das andere Kind musste durch Raten das Steinchen finden. Der Gewinner beim Münzewerfen (Kopf oder Zahl?) oder Steinchensuchen durfte zwischen den Rollen a) das Ei zu halten oder b) mit dem Ei zu schlagen, wählen. Die größere Chance mit einem unbeschädigten Ei davon zu kommen hatte der, der das Ei unter hielt. Es galt die Faustregel: „Wi den hàitch, die behàitch; wi den schle-it, die verde-it“. (Wer hält behält, wer schlägt vertut …)
Das eine Kind hielt das Ei so, dass dessen Spitze nur wenig aus der geballten Faust herausragte. Das andere Kind versuchte das untergehaltene Ei so zu treffen, dass es brach. Als Sieger galt der, der nach dem Totzen ein unbeschädigtes Ei in der Hand hielt.
Bevor das zerbrochene Ei zum Verzehr kam, wurde gewettet, ob: „Hi-entschen àwer Hunen?“, d.h. ob Hähnchen oder Hahn? Helles Eigelb galt als Hähnchen, dunkles als Hahn. Als Wetteinsatz diente ganz einfach die Frage: „Wer behält recht?“. Gelegentlich mogelten größere Buben gegenüber kleineren mit gedrechselten und buntbemalten Holzeiern. Dies galt als unanständig und war verpönt.

Das Bespritzen (det Besprètzen).
Es war Brauch, dass alle Buben, Knechte und Männer am zweiten Ostertag, am Ostermontag, zu den Mädchen, Mägden und Frauen „bespritzen“ gingen. Auch die kleinsten Knirpse, die der Vater noch auf den Schultern trug, machten mit.
„Bespritzen“ ging man in Altersgruppen. Als Duftwasser zum Bespritzen diente meistens eine Mischung aus wenig Parfüm und viel Wasser, bekannt unter der Bezeichnung Rosenwasser (Rusenwàsser). Nur wenige Buben kauften Parfüm in origineller Handelsverpackung, im Parfümfläschchen, das sich wegen seiner engen Halsöffnung prima zum Bespritzen eignete. Die meisten verwendeten ein mit Rosenwasser gefülltes Medikamentenfläschchen mit gelochtem Korkenverschluss (gelocht Pantofelstàpen).
Die Mädchen belohnten die Buben für das Bespritzen mit Ostereiern und Gebäck. Die Knechte und Männer erhielten von den Mägden und Frauen zusätzlich noch Getränke (Schnaps und Wein).
Nach dem Bespritzen-Dorfrundgang fiel es einigen Mannsbildern schwer, den Heimweg alleine zu finden. Diejenigen, die zu tief ins Glas gesehen hatten, leitete man heim.
In Arkeden war der Brauch, dass das „Weibervolk“ die „Mannsbilder“ bespritzt nicht üblich, ja nicht einmal bekannt.
Die Arkeder Rumänen haben den Brauch des Bespritzens von uns Sachsen übernommen.

Das Kappennehmen
Es war Brauch, dass die Mädchen und Mägde den Buben und Knechten am dritten Ostertag, am Osterdienstag, die Kappen vom Kopf nahmen und weg liefen. Dieses traditionelle Verhalten der Mädchen war ein beliebtes Spiel für alle Beteiligten. Für die Rückgabe mussten die Jungen und die Burschen ein kleines Auslösegeld an die Mädchen bzw. an die Mägde zahlen; in der Regel 1 Leu.

Das Osterlamm
Es war Brauch, dass zu Ostern in jeder Familie ein Lamm geschlachtet und als Festessen zubereitet wurde. Dieser Brauch wurzelt in uralten biblischen Bräuchen.
Am Ostersonntag wurde im Arkeder Festgottesdienst geopfert. Als Blumenschmuck dienten die Weidenkätzchen (Blablamitzker). Am Ostermontag und / oder Osterdienstag war in Arkeden Ball.

Gekürzter Auszug aus: Binder, Georg: Arkeden, München 1995, S. 366 – 367
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung seiner Witwe Katharina Binder.