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Eine siebenbürgische Redensart besagt: Wirst du zu einer Hochzeit eingeladen, gehe als letzter hin, bei der Beerdigung sollst du der erste sein.

An dieser Tradition halten die Siebenbürger Sachsen ebenso wie wir Arkeder auch in Deutschland fest. Verwandte (bis zum 2. und 3. Grad), Nachbarn, ehemalige Kollegen, Freunde und Weggefährten geben dem Verstorbenen das letzte Geleit und spenden den Hinterbliebenen mit ihrer Anwesenheit Trost. ...weiterlesen "Rituale rund um Tod und Beerdigung "

Ein gesprochenes Beispiel für unseren Dialekt liefert uns Georg Binder sen. Das Aufnahmejahr liegt zwischen 1966 und 1975.
Arkederisch

Sprachaufnahmen aus anderen siebenbürgischen Städten und Gemeinden findet man hier

Dabei ist nicht nur die Aussprache interessant, sondern auch die Themen, über welche gesprochen wird.

 

Das hat meine Mutter / mein Vater / meine Großmutter / mein Großvater immer gesagt: Lebensweisheiten, Sprichwörter und Redensarten aus Arkeden, die uns geprägt haben und heute noch begleiten. Vielen Dank für die rege Beteiligung. Ergänzungen und Korrekturen nimmt Brigitte gerne entgegen. Diese Datei wird laufend aktualisiert. Es lohnt sich, öfter reinzuschauen.

Von den Alten lernen oder Wie die Alten sungen so zwitschern die Jungen:

Lebensweisheiten, Sprichwörter und Redensarten aus Arkeden, die uns geprägt haben und heute noch begleiten.

Gängige Redensarten
- börlen wä en Ruhrkia (heulen wie eine Rohrkuh)
- denkel wä en er Beffel (stockfinster – wie im Bauch eines Büffels)
- doir/heßig/koult/ wä der Doiwel (Vgl. mit Teufel als höchste negative Steigerungsstufe)
- droch wä polver (pulvertrocken)
- fräzen wä en Ruap (frieren wie eine Rübe)
- frich dich! (Vgl. dt: Selber Schuld oder Wer nicht will, der hat.)
- geschetch wä der Bletz (blitzgescheit) ...weiterlesen "Redensarten"

In Arkeden wurden vor dem 2. Weltkrieg die meisten Kinder auf die Vornamen Sara, Georg, Johann, Anna, Michael, Martin und Katharina getauft. Das Resultat der häufigen Verwendung dieser Vornamen war eine relativ große Anzahl von gleichnamigen Menschen. Folgerichtig „hielt“ (= feierte) man diese Namenstage. Es wurde nicht groß gefeiert; das Feiern fiel eher bescheiden aus. Es war Brauch, dass man die Gefeierten beglückwünschte und mit kleinen Aufmerksamkeiten (Blumen oder kleine Geschenke) bedachte. Gefeiert wurde in Altersgruppen oder kameradschaftsweise. Die „Gleichnamigen“ besorgten Getränke und Speisen und luden ihre Altersgenossen, ihre Bekannten und Freunde zur Feier ein. Gelegentlich wurden anlässlich von Namenstagen Bälle im Gemeindesaal organisiert, z.B. Katrainenball (Katharinenball) = Kàtrenyeball.
(...) ...weiterlesen "Vornamen und Namenstage"

Silvester

In Arkeden war es Brauch, daß der „Güerschmoun“ (Jahresmann), ähnlich wie der Weihnachtsmann, am frühen Silvesterabend den Kindern seine Geschenke brachte. Er verlangte von ihnen das fehlerfreie „Aufsagen“ ihrer „Wántsch“ (Neujahrswunsch). Wenn die Kinder dies taten und versprachen, brav zu sein, warf der „Güerschmoun“ seine Geschenke (Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten, gedörrte Pflaumen und eine Rute) durch die halbgeöffnete Tür ins Zimmer. Manchmal erkannten die Kinder in der verkleideten Gestalt ihren Großvater bzw. ihre Großmutter; sie waren sich dessen aber nicht so ganz sicher und hielten gebührenden Abstand, weil Stimme und Kleidung doch fremdartig wirkten. (…) ...weiterlesen "Neujahr"